Der Zauber der #Cinqueterre – mein Bucketlist Ausflug nach Norditalien

Diejenigen von Euch, die meine #alltimebucketlist kennen, wissen das dort unter anderem ‚dieses Dorf in Italien‘ drauf stand. Ich hatte irgendwo im Netz dieses Bild gesehen, mit diesen wundervollen bunten Häuschen, wie auf einen Berg gewürfelt, direkt am Meer. Es musste in Italien sein, aber wo genau wusste ich nicht.

Als ich mich vor wenigen Wochen von meiner geliebten Hundefreundin Maja verabschieden musste, war ich sehr traurig. Jeder geht mit so etwas anders um. Mir tut in traurigen Phasen, ein kurzer Tapetenwechsel sehr gut. Am liebsten am Meer. Dann verbringe ich stundenlang Zeit auf Bergen, auf Wanderwegen oder am Strand, atme tief den frischen Wind ein und lade meine Seele mit positiver Energie auf. Meine Freundin und  Geburtstagsmate ( wir haben beide am 5. März Geburtstag) Sarah hatte natürlich mit bekommen, dass meine Maja über den Regenbogen gegangen war und bot mir sehr spontan an, ob ich sie nicht ein paar Tage in Italien besuchen möchte. Ich wusste nicht, wo sie dort war und ich wusste auch nicht, was mich erwarten würde, aber ich sagte einfach direkt zu, packte ein paar Sachen, buchte mir einen Flug nach Mailand und machte mich auf den Weg.

Anreise:

Als ich in Mailand Linate gelandet war, ging es zunächst mit dem Airport Express Bus zum Mailänder Hauptbahnhof der Stazione Centrale.  Das Ticket kostet einfach 5€ und wenn man beide Strecken bucht reduzierte 9€. Die Fahrtzeit beträgt etwa 20 Minuten, allerdings fährt der Bus erst dann los, wenn mindestens etwa 10 Passagiere zugestiegen sind, ich wartete also auch im Bus bis zur Abfahrt etwa 15 Minuten.

TIPP: Ich bin nicht nach Genua geflogen, was deutlich näher an Santa Margherita gelegen ist, da es keine direkten Flüge dorthin gibt, und diese Gabelflüge auch mindestens doppelt so teuer waren, wie die günstigen nach Linate!

Was ich in jedem Fall empfehlen kann, ist das Bahnticket online hier zu kaufen und auch den Zugfahrplan bereits vor der Anreise zu studieren, da man ansonsten auch am Ticketschalter lange warten muss und vielleicht wie ich- unfreiwillig noch gute 2,5h auf den nächstmöglichen Zug wartet 😉 Ihr seht, ich war nicht vorbereitet und hatte auch nicht recherchiert, ich wusste nur, dass mein Ziel Santa Margherita in Ligurien ist und das Sarah mich dort am Bahnhof abholen wird. Als ich dann endlich im Zug saß, der der Deutschen Bahn in nichts nachsteht, es gibt Steckdosen für sämtliche elektronische Mitbringsel und auch ein Bordbistro. Sehr komfortabel fand ich die Tatsache dass sofort eine Sitzplatzreservierung inkludiert ist, (das Ticket kostete übrigens 28 Euro). So gab es keine lange Platzsuche, sondern gleich  den richtigen Fleck für mich und mein Gepäck.

 

Santa Margherita 

Nach etwa 2 Stunden kam ich dann auch in Santa Margherita an und wurde von Sarah und flirrender Hitze begrüßt. Nachdem wir zu Fuß mein Gepäck ins Apartment gebracht hatten ( Workouts done 😉 ) , lud mich Sarah ein, zunächst einen kleinen Spaziergang zur Villa Durazzo zu machen. Noch immer wusste ich nicht, wo ich hier nun gelandet war, begrüßte diesen Vorschlag aber sehr und machte mich neugierig mit Ihr auf den Weg. Anbei für euch einige erste Impressionen die ich auf dem Weg zur und in der Villa Durazzo einfing:

Allein diese wenigen Minuten die uns zur Villa führten bargen so unglaublich viele schöne Gebäude, eine malerische Landschaft mit noch malerischeren Gebäuden wohin das Auge nur blickte. Ich war völlig hin und weg. Man benötigt in Santa überhaupt kein Auto, hier kann man einfach laufen, laufen und laufen. Es wäre viel zu schade etwas bei der Fahrt zu verpassen.

Am Abend schlenderten wir an den wunderschönen Hafen, durch enge Gassen, dem Sonnenuntergang entgegen und suchten uns in einem der Restaurants ein hübsches Plätzchen für unser Abendessen. Ich entschied mich für gegrillte Meeresfrüchte und war sehr zufrieden mit meiner Auswahl. Generell sollte man in Italien ein bisschen mehr Kleingeld dabei haben als daheim. Es gibt zwar auch immer wieder günstige Gerichte, wenn man sich aber etwas bewusst ernähren möchte, sollte man damit rechnen, dass man schon gute 40 Euro pro Nase im Lokal lässt. Und darin war jetzt keine Flasche Wein enthalten und es waren auch keine Langustenschwänze die ich geordert hatte 😉

 

Am nächsten Morgen machten wir uns nach unserer Sporteinheit erneut zum Hafen auf um auf die Fähre nach Portofino (Ticket 7€) zu warten. Natürlich nicht ohne uns vorab in der besten Eisdiele des Ortes ein Eis zu gönnen. Ich denke immer wieder daran wie gut es gewesen ist. Darum an dieser Stelle die Empfehlung in Richtung Eiscreme – Gepi Mare ist definitiv der Place to go 🙂

Portofino

Portofino ist von Santa Margherita aus zu Fuß, oder mit der Fähre zu erreichen, die Fahrt mit dem Boot dauert nur kurze 15 Minuten, zu Fuß geht man in etwa 1 Stunde und 15 Minuten. Portofino hatte ich zumindest schonmal gehört, aber auch hier hatte ich keine Vorstellung was mich erwarten würde. Es ist einfach unfassbar schön. Es ist nicht schwer sich vorzustellen, dass es noch immer ein Ort der High Society ist. Es hat etwas so mondänes und glamouröses, gleichzeitig aber auch etwas warmes, klassisches, etwas verbindliches, ursprüngliches. Wir wanderten aus der schönen Bucht hoch auf die Burg, das sogenannte Castello Brown. Der Eintritt liegt bei 5€ die man in jedem Fall investieren sollte, um einige schöne Ausblicke genießen zu können. Von der großen Terrasse blickt man runter auf die Villa von Dolce & Gabbana in der schon die ganz großen Hollywood Stars untergekommen sind und in der regelmäßig Fashion Shows für die oberen Zehntausend stattfinden. Wenn man in die direkt vor der Villa liegende Bucht schaut, sieht man viele kleine Boote mit jungen Leuten die riesen Spaß haben ins Wasser zu springen, oder sich zu sonnen. Das faszinierende an diesem Anblick,  ist die Tatsache der Harmonie die dieses Bild widerspiegelt und die man in dieser Form wohl nur hier in Italien zu sehen bekommt. Die Boote sehen alle fast gleich aus, sie sind weiß mit Teakhölzernen Stegen obenauf und sehen irgendwie wahnsinnig elegant aus. Als ob es Set Designer, oder Stylist vorab geplant hätte, wie das ganze Ensemble auszusehen hätte. Ein bisschen wie die alten Filme in denen große Filmdiven mitspielten. Es war absolut vollkommen.

Natürlich trifft man in diesen Orten Italiens auch ständig auf wunderschöne Kirchen, wie auch hier in Portofino auf dieses von außen gelbe, zauberhafte Exemplar. Interessant fand ich, dass die meisten Kerzen hier elektrisch betrieben werden, vermutlich weil nicht jede Kirche immer betreut werden kann, bei der Menge 😉 Da kann offenes Feuer natürlich gefährlich sein. Was absolut beeindruckend war, war der Urnenfriedhof den wir hinter der Kirche entdeckten. Eine solch wundervolle Grabstätte habe ich noch nie gesehen. Unter dem blauen Himmel, ganz in weiß, sind die Urnengräber geschmückt von leuchtenden Kunst- Blumen. Ich finde, weltweit, sollten alle Ruhestätten eine solche Schönheit bergen. Ich kann mir nichts würdevolleres vorstellen, als an einem solchen Platz die letzte Ruhe für all die schönen Seelen zu erden.

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Urnenfriedhof in Portofino

 

Ausflug zu den fünf Dörfern #cinqueterre

Nachdem wir einen langen tiefen Schlaf fanden, wir waren schließlich den ganzen Tag bei herrlich sommerlichen Temperaturen zu Fuß unterwegs  gewesen und zurück gelaufen-  machten wir uns recht früh auf den Weg zum Hafen. Wir wollten die etwa 2 Stündige Bootsfahrt nach Riomaggiore antreten, das letzte der 5 Dörfer die man komplett durchwandern kann. Leider war die See zu unruhig, so dass wir auf den Zug umsteigen mussten (Ticket pro Person 14 Euro einfache Fahrt). Generell muss man sagen, dass die Cinqueterre, wie der Name schon sagt, aus 5 Dörfern besteht. Das was am weitesten entfernt liegt, ist Riomaggiore, gefolgt von Manarola, Corniglia, Vernazza, und Monterosso. Alle 5 liegen direkt am Meer und jedes für sich ist einzigartig schön. Die Wanderstrecken sind gut erschlossen und für 5 Euro am Tag, kann man den gut beschilderten Pfad komplett bewandern. Hier benötigt man außer gutem Schuhwerk, einem Rucksack mit Wasser, und Sonnencreme nur gute Laune und einen Fotoapparat. Man kann in jedem Dorf pausieren und sich stärken, die Eigenheiten bewundern und sich absolut faszinieren lassen, von Flora, Fauna und den Dörfern an sich.

Es beginnt mit dem Pfad der Liebe- Via dell’Amore , dieser ist nur etwa 20 Minuten lang und endet in Manarola, aufgrund von Überschwemmungen bleibt dieser erste Teil aber bis etwa April 2019 geschlossen. Wir konnten also nicht wie geplant beim 5 Dorf beginnen, sondern mussten bereits in Corniglia aussteigen, dieser Ort liegt genau zwischen Manarola und Vernazza, die zwei weiteren Dörfer der Cinqueterre. Wir konnten also leider nur von Corniglia nach Vernazza, dieser Weg dauerte in etwa 1 Stunde, von dort aus nach Monterosso nochmal etwa 2,5h. Achtung- hier geht es ziemlich viel bergauf, man sollte schon halbwegs gut zu Fuß sein und Sport gewohnt sein 😉

Ich war auf diesem Weg am meisten begeistert von Vernazza. Sehr gerne hätte ich auch noch Manarola entdeckt, aber das wird ganz sicher noch in Kürze folgen 😉

Hier also noch ein paar Eindrücke aus Vernazza:

Als wir dann zufrieden in Monterosso unsere Meeresfrüchte Spaghetti aßen, im übrigen die besten, die ich bislang in meinem Leben gegessen habe, ging es für uns zurück nach Santa Margherita. Auf dem Weg gab es auch noch einiges festzuhalten:

Als wir am Abend zurück in Santa Margherita angekommen sind, waren wir ziemlich müde, haben noch gut gegessen, leider weiß ich den Namen des Lokales nicht mehr- bitte verzeiht, allerdings muss ich sagen, dass ich nicht einmal schlecht gegessen habe- ihr könnt also einfach das nehmen, wo Platz frei ist 😉  Die Stadt empfing uns mit einem wunderschönen Feuerwerk. Vorbei an Karaoke singenden Italienern sind wir dann schnell ins Bett, da am nächsten Tag leider schon die Abreise auf dem Plan stand.

Ich hatte keine Ahnung, dass ich ‚dieses Dorf in Italien‘ so zufällig entdecken würde. Ich glaube, dass ich am liebsten Manarola gesehen hätte, aber so habe ich neben der Schönheit noch einen Grund ganz schnell wiederzukommen.

Von ganzem Herzen kann ich jedem empfehlen, diesen wunderbaren Fleck Erde zu besuchen. Ich muss sagen, dass ich nun meinen ersten #happyplace in Europa gefunden habe. Die Architektur, die Schönheit dieser Gassen, das gute Essen und die alten Damen an ihren Obstständen haben mein Herz im Sturm erobert. Danke an meine liebe Sarah, die mir diesen wundervollen Ort gezeigt hat. Romantik pur. Ich habe heute noch Herzen in den Augen.

Euch einen wunderbaren Abend 🙂

 

 

Ein Kommentar zu „Der Zauber der #Cinqueterre – mein Bucketlist Ausflug nach Norditalien

  1. Danke, liebe Melanie Lochner, es ist für mich sehr schön, Deine Reiseberichte zu lesen und auf diese Weise teilzuhaben an Deinen Reisen zu bemerkenswert schönen Orten auf unserer schönen Welt. Deine lebendige Art, diese Orte und Deine Erlebnisse zu schildern – das ist neben dem hohen Informationswert – bezaubernd und mitreissend. — Ich freue mich schon auf den nächsten, sehr lesenswerten Reisebericht. — Einfach: Danke.

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